Stadtbild zur Goethezeit – Vom Barock zum Klassizismus

Während Goethes Kindheit in Frankfurt gehörte das Haus seines Vaters zu den modernsten und fortschrittlichsten der Stadt. Platz für barocke Großzügigkeit fand man ausreichend in der nicht so dicht bebauten Neustadt, dem Gebiet zwischen der Zeil und dem heutigen Anlagenring. Auch wenn Goethe den Geschmack seiner Vatergeneration als Erwachsener ablehnte, faszinierten ihn in seiner Jugend Paläste wie das der Thurn und Taxis oder das Senckenbergische Stift mit seinem bedeutenden Garten. Seinem Stilempfinden, an der klassischen Antike orientiert, entsprach nur Weniges im Frankfurt seiner späten Besuche. Sein spärliches Lob galt dem Haus der Familie Schweitzer- Allesina auf der Zeil, das „in einem echten, soliden und großen italienischen Geschmack erbaut“ war, während die Paulskirche „leider viel zu denken“ gäbe.