Tage des Exils: Kulinarischer Abend: Jüdische Küche- Heimat im Exil
1936 erschien das Tel Aviv ein Kochbuch „Wie kocht man in Erez Israel?“ der Berlinerin Dr. Erna Meyer, die 1913 an der Universität Berlin in Volkwirtschaftslehre promoviert wurde und 1933 aufgrund von Berufsverbot und rassistischer Verfolgung Deutschland verließ . Adressiert war ihr Kochbuch, das in Deutsch, Englisch und Hebräisch erschien, an die steigende Zahl von flüchtenden jüdischen Familien aus den von den Nationalsozialisten terrorisierten Ländern, die in Palästina eine neue Heimat suchten. Durch das Kennenlernen ungewohnter Gewürze und Lebensmittel des Vorderen Orients, so dachte Dr. Erna Meyer, sollte es den Neuankommenden leichter gelingen, sich in der fremden Umgebung zugehörig zu fühlen. Wie stark Speisen mit Identifikation und Heimatgefühl verbunden sind, das erfahren wir durch Zitate aus Briefen und Erinnerungen von Menschen im Exil und versuchen wir, anhand von allerlei Kostproben auch am eigenen Gaumen nachzuvollziehen.